Minimalismus Literatur & Filme: Teil 01

2017 ist für mich ja ein Jahr der selbst verordneten Veränderungen. Nicht, dass ich nicht zufrieden wäre oder so. Alles ist super. Aber genau in solchen Momenten hat man dann auch die Ruhe und Klarheit, einfach mal ein wenig auszumisten. Und sich umzuschauen, wie andere das mit dem Minimalismus so hinkriegen. Denn genetisch gesehen bin ich glaube ich der totale Sammler-Typ. Bei uns in der Familie wird alles aufbewahrt, was nochmal nützlich sein könnte. Und grundsätzlich finde ich es auch super, so wenig wie möglich auf den Müll zu geben. Aber es gibt ja auch die Möglichkeit, Dinge anderen Menschen zu schenken, die damit noch etwas anfangen können.

Und spätestens, wenn man sich von den vielen Dingen ein wenig eingeengt fühlt, ist es glaube ich Zeit, Sachen wegzugeben. So richtig auffällig ist das irgendwie auch erst, seitdem wir eine Familie sind. Natürlich stehen mit Kind einige notwendige Anschaffungen an, aber man wird doch auch ziemlich mit Dingen zugeschüttet, die eigentlich nicht wirklich wichtig sind. Und dann das Spielzeug. Ganz eigenes Thema.

Aber man darf da auch nicht nur auf andere zeigen: Man selbst shoppt auch gern mal für die Lütten. Weil die Sachen so niedlich sind. Oder cool. Und weil die Kleinen schnell aus den Kleidchen, Schuhen, Shirts etc. rauswachsen, soll es eigentlich auch nicht so super-teuer sein. Da verlockt natürlich das “Drei-Bodys-für-6-Euro”-Angebot bei H&M. Und mal ehrlich: Bei 85 Euro für einen Schlafsack von Alvi schluckt man ja doch erstmal. Und da ist das Inlay noch nicht mal mit dabei. Aber schon von Anfang an haben wir uns entschieden, für unsere Lütte möglichst wenig Mist zu kaufen.

Ausserdem haben wir sehr viel Gebrauchtes übernommen. Inzwischen haben wir (hoffe ich) eine ganz gute Mischung aus Flohmarktsachen, Selbstgemachtem und Hochwertigem gefunden. Aber das hat eine ganze Weile gedauert.

Und weil es irgendwie ja immer ein wenig leichter ist, von anderen zu lernen als sich alles mühsam selbst beizubringen, kommt hier der erste Teil einer kleinen Liste mit Literaturtipps, Filmen und Websites zum Thema Minimalismus und Achtsamkeit. Natürlich wie immer eine sehr persönliche Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Der zweite Teil kommt dann nächste Woche (weil ich zwei der Bücher gerade nochmal lese). Der Einfachheit halber verlinke ich bei den Büchern auf amazon. Ihr könnt aber natürlich alle Exemplare auch bei eurem Lieblingsbuchhändler ganz einfach bestellen.

Los geht’s mit den ersten fünf.

 

 

Fokus: Konzentration lernen in Zeiten der Ablenkungen

von Leo Barbauta
Taschenbuch 10.99 € (englische Version)
Kindle Edition 3.45 €

Ich glaube, dieses Buch war das erste, was ich zum Thema Minimalismus gelesen habe. So vor etwa 4 Jahren habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen. Nicht zufällig war das die Zeit, in der ich mein Smartphone angeschafft hatte. Barbauta ist eine Art Vordenker der Minimalismus-Bewegung und beschreibt in seinem recht schmalen Buch, wie man zu mehr Konzentration kommt, indem man sich kleine “Inseln” ohne Ablenkung erschafft und seinen Alltag ganz bewusst fokussiert. Ich hatte damals die englische Originalversion mit einem stylishen schwarz-weissen Titelbild gelesen. Die deutsche kommt mit dem grünen Cover und Tropfen-Foto etwas “ausgependelt” daher. Das sollte aber nicht abschrecken, denn Barbauta bietet einige sehr schöne Anregungen. Wer lieber auf seinem Blog vorbeischauen möchte, der kann seine Website “Zen Habits” hier finden.

 

 

Der Tag, an dem ich aufhörte, „Beeil Dich“ zu sagen: Lektionen einer entspannten Mutter

von Rachel Macy Stafford
Taschenbuch 9.99 €
Kindle Edition 7.99 €

Ich hatte mir vor etwa 3 Jahren das englische Ebook “Hands free Mama” für den Kindle gekauft und fand Staffords Buch auf Anhieb gut. Sie beschreibt vor allem ihre eigenen Alltagssituationen und man findet sich an vielen Stellen wieder. Dass Kinder heutzutage mit Eltern aufwachsen, die ziemlich oft auf einen Smartphone-Bildschirm starren, ist vielleicht der größte Unterschied zu unserer eigenen Kindheit. Dass für viele Dinge nur noch sehr wenig Zeit eingeplant wird und schon kleine Kinder von Termin zu Termin hetzen, ist aber wahrscheinlich genauso prägend.

Alles in allem ist die Zeit, in der wir leben, um einiges hektischer und viel enger getaktet als unsere Jugend. Und als Eltern fühlen wir uns ja quasi schon gesellschaftlich verpflichtet, ständig zu “multitasken”. Da bleiben manchmal die Bedürfnisse der Kleinen (und unsere eigenen!) auf der Strecke, ohne dass es dafür einen triftigen Grund gäbe. Denn seien wir mal ehrlich: Das neueste Foto auf Instagram ist kein wirklicher Grund, nicht mit seinem Kind zu spielen. Stafford bietet einige Lösungsansätze, vor allem aber Hinweise darauf, wo unser Verhalten irgendwie zwanghaft wird. Und das Verständnis, dass man ein Problem hat, ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Lösung.

 

 

Clutterfree with Kids: Change your thinking. Discover new habits. Free your home

von Joshua S. Becker
Taschenbuch 7.80 €
Kindle Edition 4.30 €

Wie oben schon geschrieben, nimmt der persönliche Besitz und das Zeug, was sich stapelt, ganz neue Dimensionen an, sobald man eine Familie wird. Das lässt sich irgendwie nicht so richtig vermeiden. Dachte ich. Das Buch von Joshua S. Becker setzt genau an dieser Stelle an. Denn was man sich nicht vorstellen kann, kann man nicht umsetzen. Deshalb will das Buch konkrete Vorschläge machen, wie ein Zuhause mit weniger Zeug auch mit Kindern möglich (und ein Stück weit sogar notwendig) ist. Ich fand das Buch hilfreich und die Ansätze gut. Vor allem, dass man durchaus auch kleinere Kinder mit in den “Clutterfree”-Prozess einbeziehen kann, finde ich eine gute Methode. Denn schlussendlich müssen wir Eltern den Lütten Vorbild sein und wenn wir ihnen keine Alternativen zum simplen Konsumieren aufzeigen, macht es keiner.

 

 

Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert

von Marie Kondo
Taschenbuch 9.99 €
Kindle Edition 9.99 €

Marie Kondo ist wahrscheinlich weltweit die Spezialistin für den Zusammenhang zwischen einem aufgeräumten Zuhause und einer entspannten Seele. Sie arbeitet seit Jahren als Beraterin und hat mehrere Bestseller geschrieben, die sich mit dem Thema beschäftigen. Für die “Times” galt Kondo schon 2015 als einer der einflussreichsten 100 Menschen der Welt – was einem ja schonmal eine ganze Menge über unsere Zeit und Gesellschaft sagt.

Kondo hat vielleicht den radikalsten Ansatz von allen besprochenen Büchern. Für sie muss alles (echt alles!) raus, was einen Menschen nicht glücklich macht. Also muss man alles auf einen Haufen schmeißen und jedes Teil in die Hand nehmen. Was kein Glücksgefühl auslöst, kommt weg. Das ist bestimmt für viele ein guter Ansatz und ich fand es total interessant, die Vorgehensweise mal von Kondo durchexerziert zu bekommen. Ich persönlich fand das aber zu radikal. Und ausserdem basiert das ganze Konzept ja auf der Annahme, dass mich Gegenstände glücklich machen. Das widerspricht doch ein wenig meinem eigenen Ziel, mich eben unabhängiger von Dingen zu machen. Und zu realisieren, dass das Glück eben nicht in Sachen, sondern in Menschen und Momenten liegt.

Irgendwie hat das Buch nicht so gut zu mir gepasst. Vielleicht, weil es so radikal ist und kaum Spielraum lässt. Aber ich denke, dass es trotzdem gut war, sich mit dieser Minimalismus-Lektüre ein wenig “einzunorden” und seinen eigenen Weg zu finden. Eventuell bin ich auch einfach innerlich noch nicht weit genug für Marie Kondo.

 

 

Minimalism: A Documentary about the important Things

Netflix 2016

Wer lieber einen Film schauen mag als sich durch Bücher zu wühlen, dem empfehle ich diese feine Dokumentation über die “minimalists” Joshua Fields Millburn & Ryan Nicodemus auf Netflix. Ein inspirierender Film über unterschiedliche Konzepte des einfachen Lebens – vom “Tiny House” bis zum Selbstexperiment mit einem total reduzierten Kleiderschrank zeigt die Doku viele Menschen und Ideen, die einen absolut “mitnehmen” und ansprechen. Und wer noch tiefer einsteigen will: Millburn und Nicodemus haben nicht nur einige Bücher geschrieben, sondern auch eine wunderbare Website mit einer kostenlosen YouTube WebSerie “Making Minimalism” (eine Art MakingOf des Films) und einem hörenswerten Podcast.

 

So, das war’s erst einmal von mir. Ich habe noch einige schöne Titel auf meiner Liste und stelle diese dann beim nächsten Mal vor.
In der Kategorie “Minimalismus” findet ihr noch einige andere meiner Blogposts zu dem Thema. Und falls ihr noch weitere Tipps und Anregungen habt, freue ich mich natürlich.

 

Ahoi!

 

 – Stine –

 

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