Glück in Keksen | Fabric Fortune

Die Hochzeits-Saison hat begonnen und alle, zu denen wir eingeladen sind, vermerken irgendwo auf der Einladung, dass Geld das mit Abstand beste Geschenk wäre. Finde ich auch.

Allerdings drückt man Braut und Bräutigam ja nun keine Tafel Schokolade und nen 10-Euro-Schein in die Hand, wie Omma das am Geburtstag tun würde. Oder so. Also braucht man eine nette, kleine Geld-Verpackung. Und da Geldschein-Origami so gar nicht mein Ding ist, sind es also Glückskekse aus Stoff geworden, in die man statt Zettelchen Geldscheine stecken kann und natürlich auch schlaue Sprüche (“Konfuzius sagt…”) und/oder Glückwünsche.

So. Und damit viele glückliche Brautpaare dieses Jahr noch Geld und kein 48-teiliges Service mit Goldrand bekommen, hier die Anleitung, wie das geht. Aber erstmal vielleicht eine kleine ‘Sneak-Peak’, wie es am Ende fertig ausschaut:

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We’ve been invited to a lot of weddings this year, always being reminded on the invitations that the happy couple would like to get money as a gift. Since you don’t go up to them writing a cheque, I neede to come up with a nice way to ‘wrap’ the money. Fabric fortune cookies seemed to be a good idea: You simply fold the money and put it into these cookies, alongside with some smart quotes and/ or your best wishes.

So, here’s a first glance at the finished ‘product’, followed by a step-by-step-tutorial and a download for the chinese takeaway box:

 

Jetzt aber der Reihe nach: Als erstes einmal braucht man Stoffreste, die ca. 15×15 cm groß sind. Ich habe drei gemusterte Stoffe und jeweils drei Reste naturfarbenes Leinen aus meinem Stapel gekramt.

Dann nimmt man sich eine CD und malt auf der linken Seite eines Stoffrestes einmal um die CD drumrum. Wer mal Rohlinge auf einer Spindel gekauft hat, der hat vielleicht auch noch diese obligatorische Plastik-CD rumfliegen. Da malt man sich dann nicht auf der Lieblingsmusik rum und ausserdem hat die den Riesen-Vorteil, dass sie durchsichtig ist und man bei gemusterten Stoffen schön die Mitte suchen kann:

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First of all you need little scraps of fabric, about 15×15 cm in size. i used linen and patterned cotton fabric.  take an old cd and draw around it:

kekse01

 

Dann steckt man dieses Stück Stoff rechts auf rechts auf einem gemusterten fest. Wer nicht ganz so faul ist wie ich, bügelt seine Stoffe vorher. *hüstel* Ich neige ja dazu, lieber zuviel als zuwenig festzustecken. Gerade bei runden Formen find ich ein paar Nadeln mehr immer sicherer…

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pin this piece of fabric on one piece of your colored ones, right sides facing:

 

kekse02

 

So, jetzt wird genäht: Einfach immer auf der blauen (oder sonstwie farbigen) Linie lang nähen. Dabei aber eine kleine Stelle der Naht offen lassen. Durch die wird dann der Stoff gewendet, damit wir keine häßlichen Nähte übrig haben…

Wie man sieht, nähe ich über meine vielen Nadeln immer einfach drüber. Daran scheiden sich ja die Geister – wer also Angst hat, dass die Nadel abbrechen könnte: Einfach Nadeln kurz vor dem Drübernähen aus dem Stoff herausziehen…

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sew along the line, leaving a little piece of the seam open for turning:

kekse04

 

Danach wird dann der Kreis aus dem Stoff ausgeschnitten – wie man sieht, lasse ich dort, wo die Naht noch offen ist, immer ein wenig mehr Stoff übrig, damit es später beim Zusammennähen nicht so fitzelig wird. Wer will, kann an dieser Stelle auch den Stoff noch ein wenig einknipsen, damit er später nach dem Wenden nicht so viele Falten schlägt.

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Cut out the circle about 1 cm outside the mark, leaving a little more fabric where the seam has been left open:

kekse05

 

So, jetzt wird gewendet – einmal Stülpen, bitte! Danach habe ich den Stoff gebügelt und die noch offene Naht zusammen gesteckt.

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Turn it inside out, press and pin the open part of the seam:

kekse06

 

Jetzt wird einmal knappkantig (also nah am Rand) um die ‘Scheibe’ rumgenäht. Dabei nähe ich dann auch die noch offene Stelle gleich mit zu.

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Sew close to the edge of the circle, closing the seam along the way

 

kekse07

 

Jetzt kommt der ‘Kniff’ in den Keks. Bis hierher haben wir ja sehr schöne Glas-Untersetzer gebastelt. Wer also welche gebrauchen kann, kann hier jetzt einfach aufhören. Für alle anderen gehts aber weiter: Jetzt klappen wir den Keks einmal auf die Hälfte zusammen und zeichnen uns eine Linie ein, die auf beiden Seiten etwa 2cm vor dem Rand endet. Wichtig ist hierbei, dass die Seite, die hier außen ist, am Ende im Inneren des Kekses ist.

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Now it’s time to ‘fold’ the cookie: Fold the circle in half with the fabric facing towards you that you want to be the inside of the finished cookie. Draw a short line marking the quarters and sew along it.

kekse08

 

Auf dieser Linie wird dann mit der Maschine eine kurze Naht genäht und der Kekes anschließend einmal an dieser Naht entlang gestülpt. Und… tadaa! Fertig ist der Glückskeks. Meistens  muss man allerdings noch ein wenig zuppeln, bis er einem 100%ig gefällt.

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Turn the cookie along the short seam and your cookie is done.

kekse09

 

Als kleinen ‘Bonus’ hab ich hier noch ein pdf für kleine Pappschachteln, die aussehen wie vom chinesischen ‘Take-away’ und in die jeweils immer ziemlich genau ein ‘Keks’ passt. Auf dem ersten Bild sieht man eine davon. Einfach auf festes Papier ausdrucken, ausschneiden, falzen und kleben. Dann müssen einfach noch zwei Schnitte in die runden Laschen gemacht werden, damit man sie ineinander stecken kann. Die Form erklärt sich ziemlich von selbst, insofern spare ich mir hier mal die Anleitung…

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Since fortune cookies are chinese, these fabric ones come inside a little take away box that has a traditonal chinese wedding symbol on it. you can find a printable pdf template for download just underneath this post. Simply download, print and cut it, then glue the sides together and cut into the rounded ‘flap’ so you can tuck them together.

download pdf takeaway box

Auf der Box selbst habe ich ein traditionelles Hochzeitssymbol gezeichnet – für unsere Zwecke (also den Service-mit-Goldrand-Ersatz) passte das prima.

Wir haben drei Kekse jeweils in kleine Boxen verpackt und in eine braune Papiertüte gesteckt. Um die haben wir noch eine Banderole mit dem Hochzeits-Symbol geklebt und die Tüte dann mit einem Ess-Stäbchen verschlossen: 2 Löcher rein, Stäbchen durch, fertig. Die restlichen drei Stäbchen gabs dann als Mini-Geschenk einfach in der Tüte mit dazu.

Sooooo, ich hoffe, man hat verstanden, wie die Glückskekserei funktioniert. War mein erstes Tutorial, insofern seid ein wenig nachsichtig mit mir, ja?

Viel Spaß beim Nach-Nähen!

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