Posts Tagged ‘abmahnwelle’

Copyright – Right to Copy?

Thursday, February 2nd, 2012

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Urheberrecht hautnah

Du hast eine Illustration, ein Foto oder ein anderweitiges Werk geschaffen mit dem du versuchst ein bisschen (oder auch viel) dazuzuverdienen. Dawanda ist ja ein hervorragender Ausgangspunkt für solche Unternehmungen. Stine und ich sind jedenfalls ordentlich dabei. Ökonomisch gesehen ist es ja von Vorteil, wenn man eine Linie entwirft, bei der wiederkehrende Motive auf oder aus den unterschiedlichsten Materialen angeboten werden. So kann eine Illustration ihr volles Potenzial entfalten und spricht, wenn alles gut geht, auch noch eine breitere Liebhaberschicht* an.

*Euphemismus für Käufer

Als Beispiel soll hier einmal unsere Nahrungsketten-Reihe herhalten. Diese hungrigen Tierchen bevölkern bei uns Postkarten, Stempel, Rezeptkarten, Buttons und Jutebeutel. Uns war bis vor kurzem nicht bewusst, dass sie auch als Wandbehang für Kinderzimmer tätig sind. Hätten ja ruhig einen Antrag auf Nebenerwerb stellen können… Oder besser noch, der/die DawandaverkäuferIn hätte uns einfach mal nach den Rechten fragen können. Da dies nicht der Fall war, wollten wir unsere Tierchen gerne aus der angeworbenen Massentierhaltung befreien. Denn es gab nicht nur ein Bildchen (in der Beschreibung eine handgezeichnete Illustration nach eigenem Entwurf, jaja) sondern, wer wollte konnte auch gern mehr bestellen.

Was soll man in so einem Fall also machen? Ich glaube ja immer gern an das Gute im Menschen und dachte mir „ da wird es sicher eine gute Erklärung für geben“. Die Erklärung war allerdings gut, das kann ich schon mal vorwegnehmen.

Folgende Möglichkeiten stehen einem als Rechteinhaber offen, gestaffelt nach Nettigkeit:

  • Kontakt per E-Mail mit Verkäufer aufnehmen und um Löschung des Angebots, der Links und sonstiger Bilder der zu beanstandenden Objekte bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bitten
  • Kontakt per Einschreiben mit Verkäufer aufnehmen und Löschung des Angebots, der Links und sonstiger Bilder der zu beanstandenden Objekte bis zu einem bestimmten Zeitpunkt einfordern
  • Anwaltskanzlei mit Abmahnverfahren beauftragen
  • Täglich Kontakt per Telefon mit Verkäufer aufnehmen und um Löschung des Angebots, der Links und sonstiger Bilder der zu beanstandenden Objekte bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bitten; gestaffelt von Haikus, über Bayrische Gstanzln zu Monologen in faustscher Länge bis hin zu Death Metal Performances frei Haus
  • Was man unbedingt tun sollte, um sich selbst abzusichern:

  • Herausfinden auf welchen Seiten das Angebot beworben wird (Dawanda, Etsy, Facebook, Bildergalerien, etc. und Screenshots machen
  • Ruhig einmal die Lieblingsshops und gerne angesehenen Webseiten nachverfolgen, wenn es öffentlich zugängliche Möglichkeiten dafür gibt (z.B. Dawanda: Wunschzettel, Listen, Lieblingsshops) um zu sehen, ob die Person eure/n Shop, Webseite oder gar Entwürfe vielleicht kennt
  • Wir entschieden uns erst einmal für eine E-mail mit der Bitte um Löschung der Werke mit den Illustrationen zu denen wir die Rechte haben. Der Ton war kurz, konkret, freundlich aber bestimmt. Und dann wunderten wir uns ein Weilchen, was wohl passieren würde. Aber schon bald darauf erhielt ich eine Antwort des/der VerkäuferIn! Hui, war das spannend. Folgendes wurde mir in netten Worten mitgeteilt: „Er/Sie hätte nicht gewusst, dass die Illustrationen geschützt seien. Er/sie hat die Illustrationen von einer älteren Dame auf einem Vintage-Flohmarkt erstanden. Diese hätte gesagt, die Bilder seien alt. Natürlich werde er/sie die Sachen sofort aus dem Netz nehmen. Sorry.“

    Hmm, da fängt dann das Hirn an sich eine eigene sinnvolle Erklärung zu suchen, entweder der/die VerkäuferIn hat gelogen, als er/sie auf der Verkaufsseite behauptete, die Illustrationen wären alle liebevoll vom Anbieter entworfen und handgezeichnet oder es gab eine Verschiebung im Raum-Zeit Kontinuum und ich werde irgendwann in der Zukunft in die Vergangenheit reisen und dort Kopien meiner eigenen Tierchen zu zeichnen. Außerdem muss ich daran denken gleich einen ganzen Haufen davon zu machen (Notiz an mich: „Nicht vergessen einen ganzen Haufen Illustrationen vorzuzeichnen!“). Möglich wäre auch noch eine Persönlichkeitsstörung, aber das wäre zu persönlich, lassen wir das. Vielleicht hat der/die VerkäuferIn mich auch einfach nur angeflunkert um den schwarzen Peter weiterschieben zu können. Dies ist wohl die wahrscheinlichste Erklärung, denn unser Shop war bekannt, einige unserer Produkte auf Merklisten vermerkt, unsere Tierchen sind bei uns auf fast jeder Seite im Shop zu finden und da nicht nur eine Zeichnung sondern ganze vier aus unserer Sechserreihe angeboten wurden, gehen wir davon aus, dass vorsätzlich gehandelt wurde.

    Aber da im Grunde für uns kein Schaden entstanden ist (von den angebotenen Wandbildern wurde kein einziges verkauft) lassen wir die Sache so auf sich beruhen. Ich muss dazu sagen, dass ich persönlich von zu strenger Auslegung von Urheberrechten und deren möglichen Auswüchsen kein Freund bin. Was sich da manchmal abspielt ist fürchterlich. Wenn jemand die Tierchen gerne bei sich zu Hause an die Wand hängen möchte, so steht es ihm/ihr gerne frei sich hinzusetzen und sie nachzumalen. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange die Sachen nicht verkauft werden.

    Denn auch wenn wir grundsätzlich ziemlich großzügig mit unseren Ideen und Entwürfen sind (vieles kann man ja hier kostenlos herunterladen und/oder ausdrucken) versuchen wir davon zu leben – daher freuen wir uns auch, wenn jemand nicht durchpaust, sondern die „Wahnsinns-Summe“ von 1.50 Euro in die Hand nimmt und sich das Motiv bei uns als Postkärtchen kauft.

    Holzauge sei wachsam, wir haben draus gelernt. Und für alle, die sich noch ein bischen intensiver mit der Materie auseinandersetzen wollen oder müssen hier noch ein paar Links zum Thema:

    • Warum Selbsgemachtes Geld kosten darf auf Stoffn.de

    -astrid-

    Schöne neue Welt | Brave New World

    Sunday, November 29th, 2009

    Linksection_Titel

    Brett Gaylor hat jahrelang  in guter journalistischer Manier alles zum Thema Copyright und “Remix Kultur” zusammengetragen. Daraus ist ein grossartiger Film entstanden, der soooo gut zu unseren letzten Einträgen über Markenrecht und Abmahnwelle passt, dass ich ihn euch nicht vorenthalten möchte. Ich für meinen Teil bin immernoch beeindruckt und erstaunt wieviel mehr (Macht & Geld) doch dahintersteckt.  RiP: A Remix Manifesto

    Ausserdem hier ein wenig mehr über das Konzept creativecommons.

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    Brett Gaylor has been researching  about copyright and remix culture. He made a film about it and, boy!,  am I impressed. Since I think it fits beautifully to our last topics about branding and copyright, please have a look at RiP: A Remix Manifesto.

    want to know more about  creativecommons, here you go.

    -astrid-

    Petitions-Partizipation | Online Petition

    Thursday, November 26th, 2009

    streichholz

    Kreative, Website-Besitzer und Internetfans aufgepasst: Ab sofort kann man online eine Petition mitzeichnen, die eine Kostenfreiheit bei fristgerechter Beseitigung eines Abmahngrundes vorsieht. Heißt auf deutsch: Wer immer Euch abmahnen möchte, muss Euch vorher darüber informieren und Euch die Chance geben, den Grund der Abmahnung zu korrigieren.

    Gerade nach den Erfahrungen, die einige Bastelmuttis mit einem großen Outdoorklamotten-Hersteller machen mussten (näheres siehe hier), können so unnötige Rechtsstreitigkeiten und horrende Kosten vermieden werden. Das betrifft nicht nur Website-Besitzer, deren Impressum vielleicht nicht korrekt ist oder dawanda-Verkäufer, deren AGBs nicht auf dem allerneuesten Stand sind, sondern beispielsweise auch Hobbyfotografen, die ein Bild vom Atomium in Brüssel bei flickr hochladen. Denn: In Zeiten, in denen Firmen sich eine Farbe wie Magenta schützen lassen können und  einzelne Wörter oder ganze Redewendungen dem Copyright unterliegen, kann man schneller abgemahnt werden  als man denkt.

    Auf der Website des Bundestages kann man sich einfach registrieren und die Petition mitzeichnen, damit das Thema im Bundestag diskutiert wird.

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    For German citizens it’s now possible to sign an online petition. It says that the German Bundestag shall consider that any infringement is started by a ‘warning’ that doesn’t cost you anything and gives you the chance to delete or change whatever caused the infringement.

    After the experiences with a big Outdoor Fashion Company that sued 9 housewives for using paw designs on their hand crafted items, it’s time for protecting the crafistas and website owners, don’t you think?

    Hurray for Democracy!

    Raise your Paws for a good Cause

    Friday, October 23rd, 2009

    2009-10-22

    Nachdem man nun auf dawanda den Erlös aus speziellen Verkäufen den Abmahnopfern spenden kann, haben wir uns entschieden, Astrids grandiosen  “Entenfuß-Wolf” als Button anzubieten.

    Wer also seine “Hans Wolfshaut”-Logos auf diversen Mützen, Jacken, Taschen oder Rücksäcken mit diesen Buttons überdecken möchte oder sonstwo Stellung beziehen mag, kann die Buttons im 2er Set ab sofort bei uns im dawanda-Shop kaufen und damit automatisch drei Euro für die abgemahnten dawanda-Mitglieder spenden.

    Und wer lieber etwas anderes kaufen mag, kann sich im umfangreichen “Spenden-Artikel-Angebot” bei dawanda umschauen.

    Also, Pfoten hoch, wer helfen will!

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    We found a new way to support the crafters that were sued to pay up to 1,000 euros for using self-made paw designs on kid’s clothing and pillow cases: From now on you can purchase Astrid’s great confused Canine on a Button in our dawanda-Shop. The earnings will be automatically donated to the sued crafters, once the official donation account has been installed.

    Are Buttons not your cup of tea? No problem: dawanda sellers all over the world offer a great range of other articles that you can buy and which earnings will be donated.

    So, raise your Paws for a good Cause!

    - Stine -

    Abdruckreif | Copy… right?

    Wednesday, October 21st, 2009

    entenfuss

    Hunde, Katzen und Co. geben sich als Wolf aus, jaja, so und nicht anders kennen wir unsere Haustiere. Manchesmal treibt das deutsche Markenrecht schon seltsame Blüten… Da schickt ein grosser Outdoor-Klamotten und -Ausrüstungsanbieter mit senfgelbem Canis Lupus Fährtenstück als Logo seine Spürhunde raus um Kleinanbietern auf Kreativplattformen das Abbilden der Pfotenabdrücke ihrer Hausgenossen nicht nur zu verbieten, nein, sie gleich auch noch auf Schadensersatz zu verklagen. Da würde jedem Fährtenleser schlecht werden.

    Aus gegebenem Anlass gibt es für alle, die noch nicht genug haben von Wölfen und solchen Tieren die es (gern?) werden würden unseren kleinen Beitrag zum Thema. Einen wunderschönen Desktophintergrund mit einem Motiv frisch aus der freien Natur! Erhältlich in den gängigen Outdoor-Desktopgrössen:

    1680 x 1050

    1280 x 1024

    Mädels, lasst euch nicht unterkriegen! Darauf  ‘ne Pfote!

    Und für alle, die nochmal nachlesen möchten worum es geht und / oder gleich etwas Gutes tun wollen, hier noch ein paar handverlesene Links:

    Ein Herz für Abmahnopfer (von ALLERLEIausStoff): Spendenaktion auf dawanda (da wo alles anfing)

    taz: die hatte auch schonmal den Wolf am Hacken

    Pfotenfrei: grossartige Zusammenfassung aller Geschehnisse

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    Things aren’t going well in Germany’s “Crafty-Society”… Who would have guessed that cartoon cats and dogs (badgers and ducks probably, too) apparently make the same footprints as wolves do? And since this seems to be common knowledge in a rather big and until recently quite successful outdoor-supply and -clothing store carrying a wolf’s footprint as their logo, the crafty mum embroidering cat footprints on children’s tees is currently faced with outrageous copyright-infringement laws and the respective lawyers in its wake, that fine a lot of money for the companies compensation. It’s hilarious but at the same time awfully sad.

    In order to support the cause against this crazyness, we give to you our new and improved desktop-design featuring the common wolf in it’s natural habitat, doing what a wolf does for a living:

    1680 x 1050

    1280 x 1024

    And to make sure you get the whole story, have a look at the following (English) links:

    AdvertisingAge: Taking Your Brand from David to Goliath the German Way (check out the comments, too!)

    11m2.de: Very good summary on “Good Reasons on why to avoid Jack Wolfskin”

    Etsy Business Topics:  Jack Wolfskin Cease & Desist letters in Germany

    Raise your paws for a good cause!

    astrid & stine